Quote (Rimanah @ Jul 2 2019 08:08am)
http://www.youtube.com/watch?v=yZYQpge1W5s
Grad am Start, Hivemind :D
Das Problem liegt aber noch tiefer, als eine reine Differenz zwischen Status Quo und Ideal. Die wenigsten Menschen grenzen an Perfektion, aber das ist für sich genommen noch kein Grund für Depression oder eine manische Sucht nach Verbesserung. Dahinter steht ja der Selbsthass als solcher, nicht die Tatsache, dass man etwas nicht ist. Dem Ideal nicht zu entsprechen ist also noch kein Genickbruch, ich kenne etliche "durchschnittliche" Menschen, die sehr glücklich und sympathisch sind. Unsere werten FeministInnen hier hassen sich selbst ja aber abgrundtief, weil sie dem Schönheitsideal der Gesellschaft nicht entsprechen und mit Zurückweisung nicht umgehen können. Im Kern also eine charakterliche Entartung, denn die wenigsten Menschen kommen als Topmodel auf die Welt, was die breite Masse der Menschen nicht hindert, einen liebenswerten Partner zu finden und glücklich zu werden. Und diejenigen, die mit herausragender Ästhetik gesegnet sind, verfallen oft in Eitelkeit und Drogensucht, da sie zu wenig Zurückweisung und zu viel falsches Interesse bekommen, was zu einer charakterlichen Stagnation führt, wodurch man irgendwann auch "unter die Räder" kommt. Gleiches gilt für Kinder reicher Eltern, die völlig entgleisen. Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Ironischer Weise behaupten gerade Kommunisten, dass die Menschen ja freiwillig die Arbeit tun würden, die sie lieben, wenn man sie nur vom Kapitalismus befreien würde. Ein Mensch ohne wirtschaftliche Abhängigkeit würde, so denke ich, durchaus sportlich, künstlerisch, kulinarisch usw. seine Selbstverwirklichung anstreben. Aber das tun diese Gesellen ja nicht. Ihr ganzes Selbstbild fußt auf der Negation meist ausgedachter oder völlig überspitzter sozialer Normen. Im eigentlichen Sinn des Begriffs stellt ein solches Benehmen eine geistige Krankheit dar, ein ungesundes, schädliches Verhalten sich selbst und anderen gegenüber, entstanden aus einem Unwillen zur schöpferischen Arbeit an sich selbst, eine Form der Resignation quasi. Nietzsche würde sagen, dass es ein "Zwitter aus Krankheit und Willen zur Macht" ist, der Archetypus des Christen. Eine Existenz, die nicht existieren kann, nicht existieren will, manch einer würde sagen nicht existieren darf, aber ebenso unfähig ist, aus dem Leben zu scheiden. Das einzige Motiv solcher Leute bleibt die Rache an allem, was man selbst nicht erreicht hat, eine Zersetzung der Werte und Errungenschaften anderer, ganz gleich, ob es sich dabei tatsächlich um einen legitimen Kampf gegen Unterdrückung handelt, oder um eine gänzlich erträumte Wahnvorstellung mit keinerlei Kontakt zur Realität.
Die vollständige Absenz von Sport, Aufenthalt in der Natur, Arbeit mit den eigenen Händen, kreatives Schaffen im Handwerk, in der Musik, in der Ernährung, der bedeutsame Umgang mit Menschen, aufrechter und tiefgründiger Unterhaltungen über wichtige Inhalte, sowie eine grundsätzliche Wertschätzung der eigenen Gesundheit und Freiheit verzerren solche Charaktere maßlos und verleiten sie, immer weiter diesen Schemen hinterherzujagen, in denen sie die einzige Erfüllung sehen, die sie in ihrem Leben je kennen gelernt haben: Hass. Eigentlich können diese Leute einem nur Leid tun, denn während jeder Mensch scheitert, machen gesunde Geister weiter und lernen aus ihren Fehlern. Die Vertreter dieser Unterart hingegen spinnen sich aus ihrer Misere eine dramatische Geschichte, die sie zum Hauplebensinhalt auf Lebenzeit machen.
jordan peterson ist echt grossartig. bin aktuell auch sein buch am lesen: 12 Rules for Life:
https://www.amazon.de/12-Rules-Life-chaotischen-ver%C3%A4ndert/dp/344231514XIch bin mit deinem Text einvestanden mit ausnahme des fett markierten Teils.
Das mag vielleicht auf einzelne Übermenschen zutreffen, aber das Gros der Leute würde einfach irgendwie gammlen. Sieht man gut in afrikanischen Ländern.
Ohne Anreiz ist der Mensch eine unglaublich faule Kreatur, die gerade so viel macht um nicht ins Gras zu beissen.
Genau deswegen dürfte ein theoretisch funktionierendes Konstrukt wie das bedingungslose Grundeinkommen auch nicht funktionieren.
Der Mensch braucht Beschäftigung und Struktur, sonst wird ihm langweilig und Langeweile ist der Anfang von Unzufriedenheit, dummen Aktionen und schlimmerem.
Wie viel Beschäftigung und Struktur, darüber kann man diskutieren. Aber die Firmen wollen den 8h Tag definitiv beibehalten:
sehr spannender Artikel zu dem Thema:
https://www.businessinsider.de/der-wahre-grund-warum-ihr-40-stunden-in-der-woche-arbeitet-2016-9?op=1&IR=T