Quote (ampoo @ 31 Aug 2018 15:49)
"im land regieren die typ*innen aus..."danke, reicht schon wieder.
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ein herausragender artikel:
https://www.nzz.ch/feuilleton/auch-die-linke-kennt-eine-erbsuende-ein-weisser-westlicher-mann-zu-sein-ld.1415123Quote
Wer in Kirchen nach Gläubigen sucht, wird enttäuscht: [...] In unserer postreligiösen Gesellschaft ist die Zahl der Touristen, die das Grossmünster besuchen, um ein Vielfaches höher, als die der Gläubigen, die sich Sonntag für Sonntag zum Gottesdienst einfinden.
Wer Gläubige sucht, findet sie nicht in Gotteshäusern. Aber es gibt sie. Und es sind nicht einmal so wenige. Man begegnet ihnen zum Beispiel in linksalternativen Cafés oder auf Biomärkten. Es sind säkulare Gläubige, bei denen sich, obgleich sie Religiosität demonstrativ ablehnen, ein zutiefst religiöses Denken findet – mitsamt den dazu passenden Verhaltensmustern.
Die meisten Ökologisten sind heute enger mit der Lehre von der Erbsünde verbunden als die Christen: «Was ist der Kohlenstoff-Fussabdruck, wenn nicht das gasförmige Äquivalent der Erbsünde, den wir Mutter Gaia zufügen?», fragt der französische Philosoph Pascal Bruckner. Die säkulare, tendenziell menschenfeindliche Askese, die in Teilen der Umweltbewegung kultiviert wird [...] – sie wollen uns belehren, dass wir Menschen sündig seien, einfach deshalb, weil wir existieren. Und wir können der Sünde nicht entgehen. Jeder unserer Bewegungen, jedem Fortschritt haftet etwas Zerstörerisches an.
Bei der radikalen, antiimperialistischen und antiwestlichen Linken zeigt sich die Ideologie noch klarer als religiöser Glaube. Die Erbsünde wird hier auf den «Westen» oder den «weissen Mann» projiziert. Sie tragen die Verantwortung für das ganze menschliche Leid und alle Tragödien, die sich auf der Erde abspielen: für den Hunger in Afrika, die Kriege im Nahen Osten, die globale Erwärmung, den Tod von Asylbewerbern und Migranten im Mittelmeerraum. Der Westen ist in den Augen vieler dogmatischer Linker «der grosse Satan», wie der geistliche Führer des islamischen Gottesstaates in Iran, Ayatollah Khomeini, mit Blick auf die USA zu sagen pflegte.
Mancher säkulare Gläubige begibt sich deshalb metaphorisch in einen nicht-heiligen Krieg, um die Erbsünde qua Geburt und privilegierter Herkunft zu sühnen.
perfekt auf den punkt gebracht, und das erklärt auch, warum sich die amtskirchen immer stärker auf dieses milieu der "Ökologisten" konzentrieren, also in politischer hinsicht auf die grünen-wähler.
This post was edited by Black XistenZ on Aug 31 2018 12:07pm