https://www.ksta.de/politik/rassismus-und-unwissenheit-wie-bequem-es-ist--ein-weisser-deutscher-zu-sein-36819738Quote
Kendra Stenzel: Das erste Mal, dass ich in meinem Leben mit der Unterscheidung zwischen Hautfarben in Berührung gekommen bin, war, als ich diese Unterscheidung selbst getroffen habe. Ich war im Kindergarten, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt, habe mit meinem Freund, einem schwarzen Jungen, im Sandkasten gespielt, und ihm dann etwas gesagt, wie: „Ich mag deine Haut, sie sieht aus wie Schokolade.“ Meine nächste Erinnerung ist eine Kindergärtnerin, die mich anblaffte und wegzerrte, mir vorwarf, das dürfe ich nicht sagen, und mir verbot, mit dem Jungen nochmal zu spielen, bis ich anfing zu weinen.
Mich heute daran zu erinnern, ruft merkwürdige Gefühle hervor. Scham. Ärger. Verständnis. Unverständnis. Vor allem aber die Frage: Wie hat sich der Junge dabei gefühlt? Ich habe es nie erfahren. Ich bin sicher: Ihn hat niemand gefragt.
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Weiß: Das heißt Kartoffeln und Fleisch bei meiner weißen Oma, die, als meine Cousine ihren damaligen Partner mitbringt, ihn immer „den farbigen Freund“ nennt. Es heißt auch: In dieser Situation nicht mehr zu tun als genervt und peinlich berührt zu sagen: „Omaaaa!“