https://www.welt.de/vermischtes/article192925425/Bonn-Bad-Godesberg-Ermittlungen-zum-Pruegeltod-von-Niklas-ohne-Ergebnis-eingestellt.htmlAuszug Wiki:
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Mutmaßlicher Haupttäter
Ein paar Tage später wurde der damals 20-jährige Walid S. festgenommen, der bereits mehrfach wegen Gewaltdelikten aufgefallen war.[6] Der Verdächtige bestritt die Tat, verwickelte sich jedoch in Widersprüche. Ein Zeuge identifizierte den Mann eindeutig als Täter. Die Rekonstruktion des Tatablaufs ergab, dass Niklas P. aus der Gruppe der Angreifer zunächst verbal provoziert worden war. Nach einem kurzen Wortgefecht hatte der Haupttäter ihn mit einem Hieb gegen die Schläfe zu Boden geschlagen, wo er reglos liegenblieb. Seine Freunde wurden von einem der anderen Täter geschlagen, als sie ihm zur Hilfe eilten. Dann kehrte der Haupttäter zurück und trat Niklas P. mit voller Wucht gegen den Kopf.[3][7]
In der Wohnung von Walid S. fanden Ermittler eine Jacke mit Blutspuren des Opfers. S. gab an, die Jacke nur geliehen zu haben. Der Besitzer der Jacke, der sich wegen eines anderen Delikts in Untersuchungshaft befand, erklärte, die Jacke zwar verliehen zu haben, jedoch nicht an S., sondern an einen anderen Freund. Dieser wurde polizeilich vernommen, dann aber wieder freigelassen.[8]
Im August 2016 ergab ein medizinisches Gutachten, dass die Gefäße im Gehirn des Opfers „vorgeschädigt“ waren. Todesursache sei der Riss einer Ader im Gehirn infolge eines Schlags, der „im Normalfall keine schwerwiegenden Folgen gehabt hätte“, noch vor den Tritten gegen den am Boden Liegenden gewesen. Die Staatsanwaltschaft änderte daraufhin den Vorwurf des Totschlags in Körperverletzung mit Todesfolge,[9] S. blieb jedoch wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft.[10]
Zweiter Tatverdächtiger
Im Juni wurde Roman W., ein weiterer, 21-jähriger Tatverdächtiger verhaftet, der bereits im Mai vorläufig festgenommen, jedoch mangels Beweisen wieder freigelassen worden war. Mordkommission und Oberstaatsanwalt warfen ihm vor, die Begleiter von Niklas P. attackiert und versucht zu haben, auf den reglos am Boden Liegenden „körperlich einzuwirken“. Der Verdächtige schwieg bei der Vernehmung. Angaben zu seiner Herkunft und zu weiteren Mitgliedern seiner Gruppe machten die Behörden nicht. Er wurde ebenfalls als Haupttäter beschuldigt, ein Richter erließ Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Totschlags.[11] Im Juli wurde er nach einer Haftbeschwerde wieder freigelassen. Vernehmungen hatten ergeben, dass er die Begleiter von Niklas P. angegriffen habe, doch seien ihm nach Auffassung des Richters die Handlungen von Walid S. nicht zuzurechnen. Damit bestehe bei ihm kein dringender Tatverdacht eines Tötungsdelikts mehr.[12][13]
Im September verprügelte Roman W. nach Angaben der Staatsanwaltschaft zusammen mit einem ebenfalls 21-jährigen Freund einen 29-jährigen Zeugen im Fall Niklas P., um diesen dazu zu bringen, seine belastende Aussage gegen ihn zu revidieren. Dabei schlug und trat er Ermittlungen zufolge minutenlang auf Kopf und Körper des Zeugen ein, der Prellungen und Schürfwunden am Kopf und im Rücken- und Nierenbereich erlitt. Daraufhin kam er wegen Verdunkelungsgefahr erneut in Untersuchungshaft.[14][15][16] Im Februar gelang es Roman W. trotz Haft, einen weiteren Zeugen zu bedrohen. Der Zeuge wurde im selben Transporter wie Roman W. von der JVA Köln zur Gerichtsverhandlung in Bonn gefahren.[17]
Im März wurde Roman W. aus der Haft entlassen, nachdem alle Zeugen vernommen worden waren.[18] Später erhielt er wegen Beteiligung an einer Schlägerei, versuchter Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung eine Gesamtstrafe von 15 Monaten auf Bewährung.[19]
https://de.wikipedia.org/wiki/Kriminalfall_Niklas_P.