Wenn ich mir anhöre, dass sich Lars Klingbeil hinstellt und sagt, dass der Gesetzentwurf inhaltlich gut war, aber nicht mitgestimmt wurde, weil die Afd mitstimmt, dann baut sich für mich automatisch das Bild eines bockigen Kindes auf. Ein Kind was den Volkeswillen und den konstruktiven Charakter der Politik ignoriert, um das Gutmenschen Image aufrecht zu erhalten.
Alles in allem halte ich das Vorgehen von Merz durchaus für intelligent, egal ob das Gesetz kommt oder nicht. Er schließt damit eine klaffende Fuge von einer sehr weit nach rechts außen gerückten Afd und einer viel zu weit links stehenden CDU. Alle die Afd gewählt haben, nur weil es keine weitere rechte Partei gab werden meiner Meinung nach von Merz abgeholt und zur CDU geholt. Ob sich das mit den zu gemäßigten CDU Aussteigern die Waage hält kann ich aber nicht sagen.
Alles was hängen bleiben wird ist, dass die Union nicht geschlossen für den eigenen antrag gestimmt hat, weil sich ein dutzend abgeordnete gedrückt haben. Und dass die eigenen landesfürsten vom eher linken flügel der partei (Günther, Wegner) ebenso wie Merkel sofort quergeschossen haben.
Unterm strich ist die Union weiterhin nicht geschlossen bereit für die große Asylwende; im gegenteil, es ist erneut verdeutlicht worden, wie sehr die partei noch immer gespalten ist in bezug auf Merkel's flüchtlingspolitik. Dazu noch ein Merz, der sich de facto schon vorab auf SPD oder Grüne als koalitionspartner festlegt, und ich sehe nicht, inwiefern die CDU nun für "grenzen zu"-leute wählbarer geworden sein soll.