Hab mir die Doku über die Gladbeck-Geiselnahme angesehen:
https://www.imdb.com/title/tt20420316/. Was relativ besonders bei der Doku ist, dass sie fast ausschließlich Originalaufnahmen von damals (1988) verwendet. Abgesehen von der Thematik der Doku, ist es krass zu sehen, wie sehr man dort die gesellschaftliche Veränderung im Vergleich zu heute beobachten kann:
- Ziemlich wenig alte Leute (auch unter den Zufallsgeiseln), hauptsächlich laufen dort jüngere Leute rum (20-40 Jahre alt)
- Wenn Ausländer vorkommen, sind es maximal ein paar Türken (ein Opfer war Italiener)
- Polizei komplett verpeilt und hilflos, weil sie keine Ahnung haben wie sie mit den kriminellen Spinnern umgehen sollen, die wussten gar nicht nach welchem Drehbuch sie vorgehn sollen, weil so eine Geiselnahme noch nie vorkam.
- Keiner schiebt irgendeine Panik obwohl die teils mit der Knarre rumfuchteln, keine hysterischen Weiber die komplett ausflippen
- die Journalisten berichten vollkommen sachlich darüber, keine Verurteilungen, keine Beschimpfungen, auch als sie die Täter interviewed haben. Die Sensationsgeilheit der Medien sieht man ebenso, wie es heute eben auch noch ist.
- Die Täter haben in ganzen Sätzen (obwohl besoffen, zugedröhnt, und vollkommen Banane) geredet. Auf Deutsch.
Damals waren so Verbrechen überraschend und ein Thema für die überregionalen Medien. Heute eher nicht. Klar würde die Polizei heute anders reagieren, und nicht so viele Fehler machen, aber auch nur weil sie es gewohnt sind mit kriminellen Gewalttätern (oft Ausländer) umzugehen. Wenn man sich mal überlegt wieviel Messerstecherein die letzten Monate in Deutschladn waren, das gab's früher definitiv noch nicht. Das ist eigentlich so abartig, dass die deutsche Gesellschaft sowas einfach hinnimmt als ob das ganz normal wäre.
Übrigens: der Gladbeck-Haupttäter sitzt immer noch im Knast, der zweite Täter kam erst nach 30 Jahren raus. Strafrabatt für Mörder gabs wohl damals auch nicht.