1. Aachen (hast du schon, aber der Vollständigkeit halber)
Dom & Domschatzkammer Aachen
Königsthron Karls des Großen im Aachener Dom – hast du schon auf der Liste.
Karlsschrein und Marienschrein – extrem bedeutende Reliquienschreine, die die sakrale Aura des mittelalterlichen Königtums gut zeigen.
Domschatzkammer: zeigt u.a. mittelalterliche Goldschmiedearbeiten, Reliquiare und liturgische Geräte, die direkt mit der Königskrönung und kaiserlichen Liturgie zusammenhängen.
Auch wenn die eigentlichen Reichskleinodien dort nicht mehr sind, ist Aachen der authentischste Ort für das alte Königtum im Ostfrankenreich/HRR.
2. Frankfurt am Main – Krönungsstadt der römisch-deutschen Kaiser
Kaiserdom St. Bartholomäus & Historisches Museum Frankfurt
Der Frankfurter Dom war ab der Goldenen Bulle (1356) Wahl- und später Krönungsort der römisch-deutschen Könige/Kaiser.
In der Kirche selbst:
Kaiserstuhl, Krönungsaltar und entsprechende liturgische Ausstattung.
Historisches Museum Frankfurt:
Sehr gute Darstellungen zur Kaiserwahl und -krönung, Modelle der Krönungsprozession, Bildquellen, Siegel, Münzen, Porträts etc.
Fokus eher auf Ritual und Symbolik als auf „Glitzerschätze“, aber für Monarchie-Fans extrem ergiebig, weil man die politischen Abläufe der Kaiserwahl versteht.
3. Nürnberg – Reichskleinodien & Reichsstadt
Historisch bedeutsam, auch wenn die Originale der Reichskleinodien heute in Wien sind.
Germanisches Nationalmuseum & Stadtgeschichte Nürnberg
Das Germanische Nationalmuseum zeigt:
Kaiserporträts, Wappen, Reichssymbole, Waffen, Prunkrüstungen, mittelalterliche und frühneuzeitliche Herrscherdarstellungen.
Reichsstädtische Objekte, die eng mit der Funktion Nürnbergs als Aufbewahrungsort der Kleinodien verbunden sind (wenn auch keine Originalkrone etc.).
Kaiserburg Nürnberg:
Sitz der Könige/Kaiser während der Reichstage.
Ausstellungen zur Reichsgeschichte, zur Funktion der Burg im HRR.
Repräsentationsräume, die dir ein Gefühl für die „Arbeitsumgebung“ des spätmittelalterlichen Königtums geben.
4. Regensburg – Immerwährender Reichstag
Reichstagsmuseum im Alten Rathaus
Der Regensburger Reichstag war Sitz des Immerwährenden Reichstags (17.–18. Jh.), also quasi das „Parlament“ des HRR unter kaiserlicher Oberhoheit.
Zu sehen:
Originale Reichstagsräume (Reichssaal).
Objekte, Dokumente und Insignien der Reichsstände und des Kaisers im politischen Kontext.
Regensburg ist weniger „Glitzer“, aber politische Monarchiegeschichte pur – ideal, wenn dich die Verfassungsgeschichte des Kaisertums interessiert.
5. München – Wittelsbacher, Kurfürstentum, Königreich Bayern
Residenz München & Schatzkammer der Residenz
Wenn du Lust auf prachtvolle Herrschaftsrepräsentation hast, ist die Münchner Residenz Pflicht.
Schatzkammer der Residenz:
Kronen und Insignien der Könige von Bayern (z.B. Königskrone, Reichsapfel, Zepter des Königreichs Bayern).
Kleinodien aus der Zeit als Kurfürsten von Bayern (Kurwürde im HRR).
Zahlreiche Orden, Hofjuwelen, Insignien höfischer Ämter.
Residenzräume:
Kaisersaal, Thronsaal, Hofkapellen – man bekommt ein sehr dichtes Bild von barocker/klassizistischer Hofkultur und dem Selbstverständnis der Wittelsbacher als „königlich-kaiserliche“ Dynastie im weitesten Sinne (viele hatten hohe Reichsämter, enge Beziehungen zum Kaiserhof).
6. Dresden – Wettiner & Königreich Sachsen
Residenzschloss Dresden: Historisches und Neues Grünes Gewölbe, Rüstkammer
Historisches Grünes Gewölbe:
Barocker Fürstenglanz auf die Spitze getrieben: Prunkstücke, Tafelaufsätze, Juwelen, symbolische Requisiten der Herrschaft.
Neues Grünes Gewölbe:
Einzelpräsentation herausragender Stücke, u.a. imperial anmutende Inszenierungen.
Rüstkammer (im Residenzschloss):
Prunkrüstungen, Turnierrüstungen, Waffen, Festornate sächsischer Kurfürsten und Könige.
Sehr „kaiserlich“ im Sinne der Hofkultur des 16.–18. Jh., da die sächsischen Kurfürsten wichtige Reichsfürsten und zum Teil Kurfürsten von Polen waren.
Monarchisch sind die Wettiner keine Kaiser, aber in ihrem Aufwand stehen sie dem Habsburger Kaiserhof kaum nach.
7. Berlin – Preußenkönige & Deutsches Kaiserreich
a) Berliner Schloss / Humboldt Forum
Historischer Sitz der Hohenzollern als Könige von Preußen und später Deutsche Kaiser.
Heute Ausstellungen zur Weltkunst und Geschichte – weniger Insignien, aber der Ort selbst ist als Zentrum der Reichshauptstadt und Residenz der Kaiser wichtig.
Spannend: Modelle, Pläne, Rekonstruktionen des Schlosses in seiner Kaiserzeit.

Zeughaus / Deutsches Historisches Museum (DHM) – aktuell mit Umbauten rechnen
Wenn geöffnet bzw. in temporären Ausstellungen:
Uniformen, Orden, Symbole des Deutschen Kaiserreichs (1871–1918).
Kaiserporträts, Propagandamaterial, Fahnen, Standarten, teilweise Geschenke, die den Status des Kaisers unterstreichen.
Weniger Goldschätze, mehr politische und militärische Symbolik des modernen Kaisertums.
c) Schloss Charlottenburg
Barockes Hohenzollern-Schloss mit:
Prunkgemächern, Thronsaal, royale Porträts, Hofkultur der preußischen Könige.
Im Neuen Flügel: besonders reiche Räume aus der Zeit Friedrichs des Großen.
Keine „kaiserlichen Insignien“ im engeren Sinn, aber eine sehr dichte Atmosphäre absolutistischer Monarchie.
8. Potsdam – Sanssouci & Neues Palais
Schlösser der Preußenkönige / Deutschen Kaiser
Schloss Sanssouci:
Friedrich der Große, eher philosophischer König – aber die Architektur und Anlage zeigen klar den monarchischen Anspruch.
Neues Palais:
Spätere Hohenzollern, repräsentative Räume, teilweise kaiserzeitlich genutzt.
Reich an monarchischer Symbolik in Architektur, Deckengemälden, Statuen.
Für das kaiserzeitliche Selbstverständnis Wilhelms II. ist insbesondere das Neue Palais interessant, da er es als Repräsentationsort nutzte.
9. Mannheim & Heidelberg – Kurpfalz
Barockschloss Mannheim & Heidelberger Schloss
Mannheim:
Ehemalige Residenz der Kurfürsten von der Pfalz.
Ausstellungen zu höfischer Kultur, Kurwürde im HRR, teilweise Objekte, die die Kurfürsten als Reichsfürsten zeigen.
Heidelberg:
Ruine, aber mit Fassaden, Saalstrukturen, Emporen, die das Selbstverständnis der Kurfürsten erahnen lassen.
Im Fassbau und dem Ottheinrichsbau findet man reichlich Wappen- und Herrschaftssymbolik.
10. Wien – Kontext halber (hast du schon, aber wichtig für „Insignien-Frage“)
Du sagst, Hofburg ist „abgehakt“ – gut, aber der Vollständigkeit halber:
Die Reichskrone, Reichsapfel, Zepter und weitere Reichskleinodien des HRR liegen in der Schatzkammer der Hofburg (Wien).
Das von dir genannte Krönungsevangeliar (Aachen) befindet sich heute in Wien (Österreichische Nationalbibliothek, Schatzkammer).
Für dein Thema „kaiserliche Insignien“ im engeren, formalen Sinn sind Wien und auch Prag historisch essenziell – aber du wolltest ja konkret nach Deutschland fragen.
11. Weniger offensichtliche, aber thematisch passende Orte
a) Braunschweig – Kaiser Friedrich Barbarossa & Welfen
Dankwarderode, Dom St. Blasii, Herzog Anton Ulrich-Museum
Starke Bezüge zu Barbarossa (wenn auch keine Kaiserinsignien).
Mittelalterliche Skulpturen und Grabdenkmäler, die kaiserliche Selbstdarstellung und Reichspolitik spiegeln.

Speyer – Kaiserdom & Kaisergräber
Keine Insignien, aber:
Grablege zahlreicher Salier-Kaiser (u.a. Konrad II., Heinrich IV.).
Der Dom ist ein starkes Monument der sakralen Kaiseridee.
Sehr eindrücklicher Ort, wenn du die sakrale Dimension des mittelalterlichen Kaisertums erleben willst.
c) Quedlinburg
Stiftskirche mit Ottonengräbern (Heinrich I.).
Frühmittelalterliche Dynastiesymbolik und Memorialkultur für ein Königshaus, das die Kaiserwürde der Ottonen vorbereitet.