Quote (My3rdAccount @ 14 Mar 2024 18:12)
Nuzlocke
Beinahe jede Herausforderung basiert auf den Regeln der Nuzlocke, sodass diese zu einem Oberbegriff für Pokémon-Challenges geworden ist.
Der Ursprung
Der Begriff Nuzlocke basiert auf einem gleichnamigen englischsprachigen Comic [1], in dem die Geschichte von Brix erzählt wird. Er beginnt seine Reise in Hoenn und möchte sich aufgrund traumatischer Erfahrungen mit seinem Vater messen, woraufhin er die beiden ursprünglichen Regeln aufstellt, dass ein besiegtes Pokémon freizulassen und ausschließlich das Pokémon zu fangen ist, dem man in einem bestimmten Gebiet zuerst begegnet. Trotz eines simplen Zeichenstils fand der Comic weite Verbreitung. Inzwischen gibt es bereits drei Episoden des Nuzlocke-Comics und auch von Fans erstellte Nachahmungen, mit denen eigene Erfahrungen mit dieser besonderen Herausforderung geteilt werden sollen.
Der Name des Comics basiert auf dem englischen Namen von Blanas, Nuzleaf, das sich aus Samurzel entwickelte und sowohl das erste Pokémon ist, das der Protagonist selbst fängt, als auch das erste freigelassene Pokémon, weil es durch ein Finale von Walters Voltobal besiegt wird. Der zweite Teil des Namens basiert wahrscheinlich auf John LockeWikipedia-Icon, einem Protagonisten der Fernsehserie Lost, dessen Charakter und Verhalten ebenfalls von einer problematischen Beziehung zu seinem Vater geprägt ist.
Grundlegende Regeln
Die Nuzlocke-Challenge besteht aus den folgenden drei Basis-Regeln:
In jedem Gebiet, das zum ersten Mal betreten wird, darf nur das erste Pokémon, dem der Spieler begegnet, gefangen werden. Dieses wird häufig als Encounter für dieses Gebiet bezeichnet. Die Gebiete werden dabei über die Bezeichnungen der Orte auf der Karte definiert. Deshalb zählt beispielsweise Route 205 in Sinnoh als ein Gebiet, obwohl die Route durch den Ewigwald in zwei Teile geteilt wird.
Sobald ein Pokémon innerhalb oder außerhalb eines Kampfes besiegt wird, zählt es als verstorben und muss entweder freigelassen werden oder in eine separate Box im Pokémon-Lagerungssystem gelegt werden, die für verstorbene Pokémon vorgesehen ist. Auch wenn es nicht freigelassen wird, darf es nicht mehr benutzt werden.
Jedes Pokémon, das gefangen wurde, muss einen Spitznamen erhalten.
Sobald der Spieler kein lebendiges Pokémon mehr übrig hat, gilt die Nuzlocke als verloren (Game over). Die Nuzlocke gilt hingegen als gewonnen, sobald der Champ besiegt wurde. Dabei ist frei wählbar, ob der Champ nur ein Mal besiegt werden muss, oder ob auch der Rückkampf gewonnen werden muss.
Zusätzlich gibt es einige Definitionsfragen, die vor dem Start der Nuzlocke geklärt werden sollten. Dabei kann jeder Spieler eigenständig wählen, wie er diese regelt und somit bewusst den Schwierigkeitsgrad beeinflussen. Diese betreffen vor allem die Definition der Encounter:
Falls der erste Kampf gegen wilde Pokémon ein Doppelkampf oder ein Hordenkampf ist, darf das Pokémon, das man fängt, ausgesucht werden oder muss es ein vor Start der Nuzlocke bestimmtes Pokémon sein, wie z. B. immer das erste Pokémon von links?
Dürfen Pokémon, die man ansprechen muss, gefangen werden? Zählen sie, falls sie gefangen werden dürfen als das Pokémon, das man in dem Gebiet gefangen hat oder sind sie ein Bonus?
Zählen geschenkte Pokémon, die man von NPCs während des Spielverlaufs erhält, als separater Encounter oder müssen sie freigelassen werden, wenn auf der Route bereits ein Pokémon gefangen wurde?
Ist es erlaubt, mit NPCs Pokémon zu tauschen?
Optionale Zusatzregeln
Damit eine Nuzlocke abwechslungsreicher wird, gibt es einige zusätzliche Regeln, die zu den grundlegenden Regeln hinzugefügt werden können. Durch diese kann der Schwierigkeitsgrad variert werden werden und die Herausforderung einzigartiger werden. Diese Regeln können nach Wunsch gemischt werden. Einige Vorschläge finden sich nachfolgend:
Erhöhung des Schwierigkeitsgrades
Game over bei der ersten Ohnmacht, statt erst bei Verlust aller Pokémon in etwaigen Boxen;
Festlegen des Kampfstils von Wechsel auf Folge;
Festlegen des Hürden-Modus mittels Schlüsselsystem (S2W2);
Verbot bzw. Einschränkung von Items während des Kampfs:
Verbot von Kampf-Items ("X-Items");
Verbot von Heilitems;
Verbot des Tragens von Items durch Pokémon;
Beschränkung der Level und der Erfahrungspunkte:
Verbot von EP-Teiler und/oder Glücks-Ei;
Verbot der Nutzung der Pokémon-Horte (Pensionen);
Freilassen von Pokémon, die mit Pokérus infiziert sind;
Begrenzung des Levels der eigenen Pokémon auf das Level des stärksten Pokémon des nächsten Arenaleiters bzw. Herrscher-Pokémons oder des Champs;
Verbot der Nutzung von Pokémon-Centern zur Heilung;
Verbot der Nutzung von Pokémon-Supermärkten;
Dadurch lassen sich ausschließlich gefundene Items verwenden.
Verbot einzelner Features:
Verbot von O-Kräften (SWS2W2);
Verbot von Mega-Entwicklungen (XYαSΩR SMUSUM);
Verbot von Z-Attacken (SMUSUM);
Verbot von Gigadynamax (SWSH);
Verbot von Terakristallisierung (KAPU);
Begrenzung der Anzahl verwendbarer Pokémon:
auf die gleiche Anzahl, die der gegnerische Trainer verwendet;
Verbot der Flucht vor wilden Pokémon;
Verbot von Schutz-Items;
Verschärfung der ersten Grundregel, so dass nur der erste Encounter nach jedem gewonnen Orden gefangen werden darf;
Zufällige Auswahl des Starterpokémons;
Dazu können jedem der drei Starter vor Spielstart drei Nummern zwischen 0-9 zugeteilt werden, ausschlaggeben ist die letzte Nummer der Trainer-ID.
Verbot bzw. Einschränkung des Besitzes bestimmter Pokémon:
Verbot von Legendären Pokémon;
Verbot von Event-Pokémon;
Verbot von entwickelten Pokémon;
Begrenzung der insgesamt im Spielverlauf fangbaren Pokémon auf 6;
Beschränkung der Anzahl bzw. der Art an verwendbaren Pokébälle.
ok