Quote (duffman09 @ 6 Dec 2017 23:30)
Ich finde den Artikel nicht gut, da er schlecht recherchiert hat.
Der Basiszins erscheint unrealistisch hoch, aktuell beträgt er jedoch nur noch 0,58% oder so. Er ist öffentlich im Bundesanzeiger einsehbar und dort steht auch, wie er ermittelt wird.
Seine Beispiele vernachlässigen alle, dass die Fonds ja auch irgendwann verkauft werden und die bereits versteuerte Vorabpauschale dann wieder angerechnet wird.
Da gibt es bessere Rechenbeispiele.
Eine Excel Vorlage dafür habe ich ofc längst selbst erstellt ^^
Hm ich gebe zu ich habe das nur flüchtig überflogen.
Eigentlich ist der Finanzwesir ein Garant für gute und lesenswerte Beiträge, diesmal scheinbar nicht. Da werd ich beim nächsten mal genauer hinsehen müssen.
Übrigends habe ich mir gestern das Kommer Otte Streitgespräch angeguggt.
Ich finde dass Otte nicht überzeugend argumentiert hat, er hat permanent Behauptungen in den Raum geworfen wie "ETF-Abzocke", "Riesenblase" und die insbesondere von aktiven Managern häufig genannte Behauptung der großen Gefahr die von ETFs ausgeht.
Aber mehr kam von ihm eigentlich nicht. Er ist nicht wirklich ins Detail eingegangen, er hätte mit seinen Äußerungen eher besser an einen Stammtisch gepasst als an den Gesprächstisch mit Kommer und den Interviewern.
Kommer war weitaus sachlicher und hat relativ souverän argumentiert.
Einzig die Erwähnung dass die gängigen MSCI World ETFs aufgrund der Marktkapitalisierungsgewichtung stark US-lastig sind und zu einer hohen Bewertung von US-Werten führt, da kann ich Otte schon zustimmen.
Das liegt jedoch an der Konstruktion des ETF selbst worauf Otte (natürlich) nicht eingeht. Die mit Abstand günstigste Gewichtung die ein ETF bieten kann ist nach Marktkapitalisierung. Es gibt noch alternative Methoden wie die
Gleichgewichtung aller Werte (equal weight) oder
fundamental weighted (RAFI Indizes), allerdings ist das mit spürbar höheren ETF Kosten verbunden.
Einen Kracher von Otte hat mich fast zerrissen als er allen Ernstes behauptet hat dass ein aktiver Manager (wie er) sich doch nicht mit einer (korrekt ausgewählte) Benchmark messen müsste.
Gerade in Korrekturen oder Crashes schlägt die Stunde eines guten aktiven Managers der nicht von der Marktbewegung betroffen ist, so in etwa würde ich seine selbstbewusste Behauptung zusammenfassen.
Die Statistiken (z.T. auch in Kommers Büchern oder auf Morningstar) sprechen da eine ganz andere Sprache und untermauern recht deutlich dass aktive Fonds in der großen Mehrheit sich in Bärenmärkten kaum besser anstellen als gängige Benchmarks, häufig sogar deutlich schlechter.
Auch die Behauptung dass der "kleine hilflose Anleger" in dieser völlig chaotischen Börsenwelt doch hoffnungslos verloren ist und einen fähigen Fonds (natürlich aktiv gemanaged) braucht ... also da musste ich heftig mit den Augen rollen.^^
Die Möglichkeit der Nutzung von ETFs redet er übertrieben klein und versucht sie im Laufe des Gesprächs als "schlechte Alternative" darzustellen. Wenn er das mit Zahlen, Statistiken etc untermauern könnte dann wäre er ja in der Lage vernünftig zu argumentieren aber stattdessen haut er eine wilde Behauptung nach der anderen in den Raum.
Sein Fonds (und ebenso der von Dirk Müller) laufen ja ohnehin ziemlich schlecht, ich habe das Gefühl ihm bleibt nicht viel übrig als die Emotionen des Anlegers anzusprechen (Angst, Unkenntnis, das Thema Börse unnötig verkomplizieren) um von seiner Misere abzulenken.
@topic: Ali Masarwah von Morningstar nimmt sich den MSCI EM Index unter die Lupe und stellt interessante Entwicklungen in den letzten Jahren fest.
http://www.morningstar.de/de/news/163532/die-best%C3%A4ndige-unbest%C3%A4ndigkeit-der-emerging-markets-wachstums-story.aspxDas ist interessant weil Kommer selbst häufig die "Growth" lastigkeit vieler MSCI Indizes kritisiert (Kurz gesagt, das was gut läuft hat zumeist einen hohen Anteil im Index.)
Aufgrund von stark wachsenden Branchen kann es so zu starken Veränderungen bei den Anteilen bestimmer Branchen im Index geben.
Dazu hier mal zwei Auszüge:

