Quote (droll @ Nov 15 2017 08:30am)
Wir haben in der Produktion ein Durchschnittsalter von 54 Jahren und bekommen keine qualifizierten Nachwuchskräfte.(Schweißen etc.)
Und wenn mal wer neues da ist kann man froh sein wenn der 3 Tage hintereinander pünktilich erscheint.
Von Auszubildenen will ich gar nicht Anfangen. Ist die Frage ob die Ansprüche zu hoch sind.
Also in der Doku war eigentlich nur die Rede von Ingenieuren/ITlern und dann haben sie in Thüringen einen Spanier gezeigt, der Aufgaben übernimmt, die sonst ein Geselle bei uns übernehmen wurde.
Dahingehend wurde also nicht differenziert. Das finde ich nicht so gut. Denn es stimmt, dass wir in manchen Ausbildungsberufen einen wirklichen Mangel haben. Im Handwerk ist das z.B. der Fall. Und in strukturschwachen Regionen verschlimmert sich die Situation natürlich noch.
Bei uns in Schleswig-Holstein haben wir nur noch Gymasien und die Gemeinschaftsschule, wo der Rest hingeht. Kein Wunder also, dass alle versuchen aufs Gym zu gehen. Und alle wollen heute studieren und dann einen gut bezahlten Job bekommen. Hab das selbst erlebt. Nicht wenige Leute die ne Ausbildung gemacht haben, wollten nochmal studieren, einfach des Gehalts wegen.
Dass diese vielen Studenten (insb. in Studiengängen wie BWL) dann für relativ wenig Geld eingesetzt werden in Berufen, die man früher auch als Azubi hätte besetzt werden können, scheint nur zu offensichtlich. Und die Leute die eine Ausbildung machen und die gleichen Berufe anstreben, ziehen dann in vielen Fällen wiederum den Kürzeren.
Es wird wohl darauf hinauslaufen müssen, dass wir aus dem (hoffentlich europäischen) Ausland Fachkräfte ins Land holen, die dann die Lücken schließen können. Der Anreiz ist da, schließlich ist die Bezahlung in Deutschland höher als in den Herkunftsländern und die Arbeitslosigkeit in (Süd)Europäischen Ländern liegt bei bis zu 26%. Was aber ein Problem ist für manche Regionen, dass diese außer einem Job nicht viel bieten können. Daran müsste man auch denken.