Quote (Gala @ Nov 14 2017 10:38pm)
Eben ne Doku über das Märchen des Fachkräftemangels gesehen.
Lässt sich aber auch relativ schnell zusammenfassen: Man versucht möglichst günstig an qualifizierte Fachrkräfte zu kommen.
Das erreicht man dadurch, dass man z.B. aus dem Ausland Ingenieure zu einem maximalen Einkommen einstellt, das deutlich unter dem Einstiegsgehalt eines deutschen Anfängers im Ingenieurswesen liegt. Dadurch können auch die Löhne der Berufsanfänger niedrig gehalten oder sogar gesenkt werden.
Statistiken von Arbeitslosenzahlen in gewissen Fachbereichen sind sowieso großer Mist. Hier wird mit einem Faktor von bis zu 7(!) angesetzt, werden die Arbeitslosenzahlen in diesem Bereich mit nichts multipliziert werden.
Vom Fachkräftemangel spricht man auch dann, wenn man weniger als eine gewisse Anzahl an Bewerben auf eine Stelle hat. Das sieht natürlich nach Branche/Standort/Gehalt sehr unterschiedlich aus.
Tatsächlichen Fachkräftemangel gibt's derzeit z.B. bei Ärzten und Pflegekräften, was aber auch durch Arbeitsbedingungen (Gehalt, Zeiten) beeinflusst wird.
Und Standortfaktoren spielen eine wichtige Rolle. In der Doku gab es den Fall eines Spaniers, der in Thüringen eine Stelle bei einem Maschinenbauer angenommen hat. Weil es dort aber keine jungen Leute und sonst auch keine attraktiven Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung gibt, ist er mit seiner Freundin inzwischen wieder in Spanien und arbeitet dort für deutlich weniger.
TLDR: Unternehmen und Lobbyisten machen Panik und stacheln die Politiker an damit die dafür sorgen, dass zukünftig zwischen immer mehr Arbeitskräften ausgewählt werden kann, die zu günstigen Konditionen arbeiten. Einen wirklichen Mangel an Fachkräften gibt es nicht.
http://www.youtube.com/watch?v=lFq2aAcf-8s
Wir haben in der Produktion ein Durchschnittsalter von 54 Jahren und bekommen keine qualifizierten Nachwuchskräfte.(Schweißen etc.)
Und wenn mal wer neues da ist kann man froh sein wenn der 3 Tage hintereinander pünktilich erscheint.
Von Auszubildenen will ich gar nicht Anfangen. Ist die Frage ob die Ansprüche zu hoch sind.