Ich poste jetzt einfach mal meine Ansichten über die verbalen Unruhen bzgl. des Patches bzw. seiner Ankündigungen hier auch nochmal:
Ist schon wirklich ein sehr intelligentes, wenn auch kalt kalkuliertes Merchandising, was Blizzard hier betreibt.
Die Art und Weise, wie dieses Unternehmen seine Kundschaft von sich abhängig macht bzw. im Stande ist abhängig zu machen, ist - aus kaufmännischer Sicht - mehr als erstaunlich.
Seht Euch doch mal die Entwicklung allein hier im Kommentarbereich für die News rund um die Patch-/Resetankündigungen an ...
Ich beobachte, dass nach jeder eingestreuten Meldung rund um das Thema, Stellungnahmen und Kommentare nicht nur in größerer Anzahl als jeweils zuvor verfasst werden, sondern auch in wesentlich kürzeren Abständen diese größere Anzahl erreichen.
Dass es hier um rein programmiertechnische Probleme geht, ist mittlerweile völlig unglaubwürdig. Das dürfte jedem, der auch nur halbwegs etwas von dem Thema versteht klar sein (Thema Backup bzw. Rollback). Ein System in einen vor einer Änderung stabileren Zustand zu versetzen nimmt mit Sicherheit keinen so großen Zeitraum in Anspruch wie hier seitens Blizzard immer wieder dokumentiert, vor allem dann, wenn eine solche Änderung ausschließlich in einer Labor-Testumgebung vorgenommen wurde.
Die Wirkung jedoch, die diese immer wieder "unters Volk gestreuten" Subinformationen erzielen, ist frappierend.
Bleibt nur die Frage, was Blizzard damit genau beabsichtigt. Ich habe da 2 Szenarien zur Auswahl:
1. Sie wollen die Geduld und Spannung der Comm derart strapazieren, dass deren Erwartungshaltung gegenüber den immer wieder angekündigten Veränderungen ins unermessliche steigt und somit ein wesentlich stärkeres Verlangen auf dieses Game (und mehr noch auf dessen Nachfolger Diablo 3) forciert.
2. Sie wollen erreichen, dass die Comm von Diablo 2 das Interesse an diesem Spiel verliert, um deren volle Aufmerksamkeit auf dessen Nachfolger zu lenken. Die paar, die dabei Blizzard "vollständig" den Rücken kehren, ist dabei verschwindend gering.
Beide Szenarien haben letztendlich denselben Effekt: Ein Hype auf Diablo 3.
In dem Zusammenhang passt das Motto "Der Weg ist das Ziel" ganz gut.
Ich glaube, die vermeintlich "unerwarteten" Verzögerungen, sind ganz gezielt umgesetzte Marktstrategien. Die Verkaufszahlen Diablo 3's nach dessen erstem Release werden das mit Sicherheit entsprechend dokumentieren. Allen Zweiflern und sich von D2 Abwendenden zum Trotz.
Was den Patch selbst angeht ... egal was er enthält, die Euphorie der Comm ist ungebrochen, denn das Spiel hat weit mehr Fans als hier manch einer vielleicht überblicken mag. Allein schon sein Erscheinen wird für einen Aufschrei (ob nun wegen Freude oder wegen Enttäuschung) bei den Anhängern von D2 hervorrufen. Dieser Adrenalin-Stoß wird der stärkste und werbewirksamste Absatzfaktor für das darauf folgende Release für Diablo 3 sein. Und das Ganze für minimalen kostenintensiven Aufwand:"Wir halten die Comm einfach beim Patch des Vorgängers so lange hin, bis dieser das Adrenalin schon aus den Ohren rausquillt."
Ich geh' jede Wette ein, dass die Veröffentlichung Diablo 3's zeitlich abgestimmt wird mit dem Erscheinen eines 1.13-Patches für Diablo 2 (ich rechne da mit einem Zeitversatz von etwa einem Quartal, denn 4 Monate sollten ausreichen, um das Spiel zeitnah weltweit zu vertreiben).
So viel meinerseits dazu.
Ansonsten ... Probleme im battle.net hin oder her. Ich selbst zocke mit ungebrochener Lust weiter, mach' meine MF-Runs und bin Nutznießer des allgemeinen Preisverfalls, indem ich nun mal CharBuilts ausprobiere, die ich mir aufgrund des wesentlich höheren Preisniveaus für items und Runenwörter in all den Ladders zuvor nur erträumt habe. Macht's doch einfach genauso!
