Quote (Rontu @ 28 Dec 2021 14:27)
1. geh auf irgeine crap nachrichtenseite, zB msn.at
2. such dir einen NICHT corona artikel raus, zB
"USA lockern gewisse Taliban-Sanktionen"
Beispielabsatz:
"Die USA haben am Mittwoch Ausnahmen für ihre Sanktionen gegen die Taliban in Afghanistan erlassen. Damit können US-Behörden, internationale Organisationen wie die UN und Nicht-Regierungsorganisationen bestimmte offizielle Geschäfte mit den radikalen Islamisten tätigen."
3. google nach beispielabsatz
4. als österreicher finde ich hier derstandard, diepresse, und vieles mehr
Also - ist nicht ein gezieltes steuern von corona lügen oder was auch immer - sondern so funktioniert leider journalismus
Das Resultat hat mich selbst etwas überrascht... gerade derstandard und diepresse würde man hier in österreich als zwar linke aber normal qualitativ gute medien bezeichnen
/edit: sry sehe grad msn ist ohnehin nur eine sammlung von anderen artikeln - trotzdem hat hier standard und presse und sueddeutsche fast wortgleich die selben nachrichten
MSN ist ein sog. News-Aggregator ähnlich wie Google News. Ich glaube Du hast nicht ganz verstanden wie das Geschäftsmodell von der DPA funktioniert, und was der Zweck einer Nachrichtenredaktion einer Zeitung ist und was die Aufgabe des Journalismus ist. Die Agenturen erstellen Pressemeldungen, die ihre Abonennten, i.d.R. Zeitungen wie merkur und co. dann für ihre eigene Berichterstattungen verwenden können- auch ohne Anpassungen. Damit sparen die sich eigene Redakteure, Korrespondenten etc. Was aus meiner Sicht prinzipiell kein Thema ist, wenn es genau um die Art Nachrichten geht, wie Du sie gerade als Beispiel gebracht hast. Rein Faktenbasierte Meldungen zum Ausland ("Brücke in Italien eingestürzt"), meinungslos und tatsachenfokussiert und innerhalb von 30 Sekunden auch woanders auffindbar, z.B. in Regierungspressemeldungen.
Der Artikel zu den Impfnebenwirkungen ist jedoch nochmal eine ganz andere Hausnummer, gerade weil der PEI-Bericht so dürftig ist und es bekannt ist, dass die mRNA und Vektor-Impfstoffe, enorm viele Meldungen in der VAERS/EMA-Datenbank erzeugt haben (viel mehr als alle anderen klassischen Impfstoffe). Da einfach nur zu sagen: wir nehmen ausschließlich die qualitativ miserablen Zahlen des PEI ohne weitere Recherche zu betreiben, das ist für einen Journalisten, der das Thema erarbeitet kompletter Schwachsinn. Ein weiterer Punkt wären die katastrophal schlechten Melderaten der Nebenwirkungen, was das PEI selbst übrigens auch thematisiert
https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/DE/arzneimittelsicherheit/uaw-datenbank-erlaeuterungen.pdf?__blob=publicationFile&v=2. Das sind alles Ansatzpunkte für eine tiefergehende Recherche. Ein unabhängiger Journalist würde, dann z.B. mal ein paar Arztpraxen abtelefonieren und prüfen wie es bei denen mit Impfnebenwirkungen aussieht, um zumindest eine Idee des Ausmaßes zu bekommen. Vielleicht auch mal ein paar Experten interviewen etc.
Ich kann Dir genau sagen wo im Artikel (
https://www.heise.de/hintergrund/Ein-Jahr-Impfen-gegen-das-Coronavirus-Schwere-Nebenwirkungen-extrem-selten-6314190.html) geframed wird:
- Das massive Underreporting (man kann davon ausgehen, dass 5-9 mal so wenige Ereignisse gemeldet werden, wie in der Realität auftreten), wird gar nicht erst erwähnt. Es wird vollkommen ignoriert, dass die Zahlen bzgl. Meldungen in der EMA-Datenbank und VAERS am explodieren sind. Warum dem nicht mal nachgehen?
-Zitat: "Besorgte Bürgerinnen und Bürger verstehen unter Langzeitfolgen – häufig auch Spätfolgen genannt – Nebenwirkungen, die erst mit einer Verzögerung von vielen Monaten oder Jahren nach der Impfung auftreten", heißt es weiter. "Diese Sorgen sind unberechtigt. Wir kennen solche sehr spät einsetzenden Nebenwirkungen von Impfstoffen nicht."- Der Vergleich mit den traditionellen Totimpfstoffen (Tetanus etc.) ist null und nichtig, da es sich um eine komplett andere Technologie handelt. Abgesehen davon sind die Narkolepsie-Fälle bei Pandemrix auch JAHRE nach der Impfung aufgetreten: "Damit es zur Erkrankung kommt, muss allerdings noch ein zweites Ereignis eintreten. Die Blut-Hirn-Schranke ist nämlich normalerweise undurchlässig für Antikörper. Eine weitere Erkrankung, eine schwere Entzündung oder eine Infektion könnte laut Steinman jedoch die Blut-Hirn-Schranke für kurze Zeit öffnen. Dieses Ereignis müsste nicht mit der Impfung zusammenfallen, da die Antikörper ja lebenslang im Blut vorhanden sind. Dies würde erklären,
warum Geimpfte auch Jahre nach der Impfung noch an einer Narkolepsie erkranken können." (
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63356/Grippeimpfung-Wie-Pandemrix-eine-Narkolepsie-ausloest). Diese Aussage ist im besten Fall Framing, im schlimmsten Fall eine glatte Lüge.
-Im DPA-Artikel wird nicht erklärt (übrigens genausowenig wie im PEI-Sicherheitsbericht), warum Frauen z.B. öfters Thrombosen entwickeln nach den Impfungen? Warum wird dem nicht nachgegangen und gefragt warum? Überhaupt wird das Thema Thrombosen lächerlich gehandhabt vom PEI: "Das Thema Thrombosen und Blutungen in Kombination mit einer Corona Impfung ist mittlerweile – auch aufgrund von Berichten in den „Quantitätsmedien“ – nahezu jedem bekannt. Das PEI hat hier unzählige Symptome, unter denen die einzelnen Thrombosen und Blutungen aufgelistet werden. Diese Symptome werden „nach Lust und Laune“ veröffentlicht. Beispielsweise wurde im 11. Sicherheitsbericht von „allgemeine Blutungen“ berichtet. Im 12. Sicherheitsbericht waren diese dann nochmal zu finden – allerdings in anderer Gruppierung. Im 13 Sicherheitsbericht ging man dann auf „allgemeine Thrombosen“ ein und im 14. Sicherheitsbericht auf Thrombosen mit Thrombozytopenien. Das Ganze ist an Willkür eigentlich kaum noch zu übertreffen. Diesmal nimmt man sich „Thrombosen mit Thrombozytopenie“ und „Thrombozytopenien und Immunthrombozytopenien“an. (
https://corona-blog.net/2021/12/26/16-sicherheitsbericht-des-pei-hepatitis-nach-der-impfung-und-dem-schein-vom-sicheren-boostern/)
-Herzmuskelentzündungen: ""Myokarditis ist eine relevante Nebenwirkung", sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Thomas Voigtländer. Das dürfe aber kein Grund sein, sich gegen eine Covid-19-Impfung zu entscheiden: "Wer sich nicht gegen Covid-19 impfen lässt, geht ein weit höheres Risiko durch die Gefahren eines schweren Covid-19-Krankheitsverlaufs ein." Framing in Reinkultur: diese Nebenwirkung tritt vor allem bei sehr Jungen Menschen und Kindern auf, was sogar im PEI-Sicherheitsbericht extra erwähnt wird. Diese Altergruppe hat jedoch mit das geringste Risiko überhaupt an Corona schwer zu erkranken (worunter eine Herzmuskelentzüdung fällt). Also wo genau ist hier der Vorteil? Das wird im Artikel nicht mal erwähnt, thematisiert, und das ganz klassische Strohmann-Argument, um das fürchterliche Nebenwirkungsprofil, gerade bei jungen Menschen zu verharmlosen.
-"Nach derzeitigem Kenntnisstand sind schwerwiegende Nebenwirkungen sehr selten und ändern nicht das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis der Impfstoffe", betont der jüngste Sicherheitsbericht." In der Schule habe ich bzgl. Argumentation gelernt: Behauptung, Begründung, Beispiel. Warum erläutert der Autor nicht mal wie hoch das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis denn genau ist? Vielleicht mal drei Sätze Begründung schreiben inkl. Link auf eine Studie? Das ist nur Copy/Paste aus dem Sicherheitsbericht ohne diese Behauptung auf ihre Richtigkeit hin abzuklopfen? -etc.
Fazit: der gesamte DPA-Artikel ist eine Collage aus Zitaten aus dem Sicherheitsbericht inkl. teils unbelegter Behauptungen (s. Ausführungen oben), ohne auch nur ansatzweise auf das Thema "Qualität im PEI-Bericht" oder Plausalität der Zahlen einzugehen. Es wird nicht mal der Versuch unternommen irgendeine Aussage im Bericht auf ihre Richtigkeit hin abzuklopfen (z.B. in dem man auch Experten befragt). Die generelle Ausrichtung des DPA-Artikels ist folgender: "Macht Euch keine Sorgen, es gibt keine schlimmen Nebenwirkungen, steht doch hier im PEI-Bericht". Nur mal kurze Randinfo zum PEI-Bericht: "Das Paul-Ehrlich-Institut ist das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel
und wie das Robert Koch-Institut eine obere Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit." (
https://www.nali-impfen.de/nali/mitglieder-vorsitz/paul-ehrlich-institut-pei/). Das PEI ist also dem Bundisministeriums für Gesundheit unterstellt. Jetzt haben wir also eine DPA-Journalistin, die sich den Sicherheitsbericht rauspickt und dann ihre Collage an Zitaten zusammenkopiert und die keinerlei Quellenrecherche betreibt, und nur diesen staatlichen Bericht hernimmt. Im Anschluss wird dieser Artikel dann an die Medien-Unternehmens-Abonennten verteilt, die wiederum alles copy-pasten und weiterverteilen. Und keine einzige Zeitung hat sich selbst mal den Sicherheitsbericht angesehen. Und das nennen wir dann Journalismus? Das ist unterm Strich Staats-Propaganda, sonst nix.