Quote (Threedo @ 19 Dec 2021 12:52)
Unglücklich gewählte Worte, aber nachvollziehbar.
Die Kollateralschäden an Wirtschaft und Gesundheit kann man als Notwendigkeit verkaufen, aber wenn wir hier Bilder von überlaufenden Krankenhäusern haben (und das geht schnell) kann die Regierung praktisch sofort zurücktreten. Würde keiner politisch überleben, spätestens bei der nächsten Wahl.
Es ist mir unbegreiflich, warum man die Krankenhauskapazitäten nicht schon Anfang des Jahres massiv ausgedehnt hat. Pflegenotstand hin oder her, mit Geld kann man fast alles regeln. Auch die Bundeswehr könnte man hinzuziehen, wenn es denn gar nicht anders geht.
Einige dutzend alte Kasernen umfunktionieren + klare Ansage an die Bevölkerung: Hierhin werdet ihr verlegt, sollte ein schwerer Covid 19 Verlauf diagnositiziert werden. Die zivilen Krankenhäuser bleiben für den regulären Bedarf reserviert.
Jeder hatte die Möglichkeit sich selbst zu schützen, der Rest hat das Recht auf Krankheit. Keiner könnte der Regierung so vorwerfen, dass der Staat seiner Fürsorgepflicht nicht nachgekommen wäre.
Genau diesen ansatz schlage ich schon seit vielen monaten vor, aber scheinbar hat dazu nach wie vor keiner den mut. Dank impfungen hat jeder die möglichkeit, sein persönliches risiko durch corona auf in etwa das level einer influenza zu senken - ein level, das die gesellschaft schon seit eh und je als akzeptabel erachtet. Sprich: spätestens seit den impfungen sollte corona kein kollektives gesundheitsrisiko mehr sein sondern ein individuelles.
Unsere probleme mit corona beruhen mittlerweile einzig und alleine auf dem idiotischen beharren darauf, dass jeder corona-patient, egal wie alt, multimorbid, fett oder unkooperativ, weiterhin in den regulären intensivstationen behandelt werden muss. Daher weiterhin das gedöns von wegen "überlastung der krankenhäuser verhindern" oder "infektionsgeschehen niedrig halten, damit sich die vulnerablen gruppen nicht anstecken".

Was die bilder von überlaufenden krankenhäusern angeht: eine regierung, die jetzt vorschnell einen harten lockdown verhängt, kann im grunde genauso zurücktreten, falls sich im nachgang herausstellt, dass alles nur panikmache war und omikron nur ein leichter schnupfen. Selbst falls sie das politisch überleben, wäre so ein szenario wohl der endgültige todesstoß für die bereitschaft der bevölkerung, jemals wieder auf pessimistische prognosen oder auf bitten um freiwillige kontaktreduzierungen zu hören. Von plänen für eine impfpflicht und dergleichen ganz zu schweigen.