Quote (duffman09 @ 9 Nov 2017 15:29)
Vergleiche gerade Produkte, die den Value Factor berücksichtigen. Es ist unfassbar unübersichtlich, gibt kaum zwei Fonds, die überhaupt versuchen, das gleiche zu tun.
Es gibt noch keinen ETF für North America Value
Möglich wäre USA Value zu nehmen, Kanada hat sowieso nur 8% Anteil an Value NA
Von MSCI gibt es Prime Value und Enhanced Value, die sehr ähnlich, aber kaum vergleichbar sind.
Alternativ gibt es noch NA High Dividend Yield, laut Kommer zu verwenden, wenn es keinen Value Factor gibt aufgrund der Gemeinsamkeiten.
Allerdings entfallen dort auch wieder ein paar US Titel...
Alle drei Indizes bestehen aus circa 150 Titeln, was verglichen mit dem MSCI USA (600) schon recht konzentriert ist. Wundert mich schon fast, dass Kommer diese empfiehlt.
Achja das Thema Faktorprämien, da finde ich dass Kommer das ein wenig zu blauäugig sieht.
Es ist immer ein Unterschied ob man sich die akademisch ermittelte Prämie in der Vergangenheit betrachtet oder die tatsächlich umsetzbare Risikoprämie unter Verwendung eines ETF.
Swedroe hat es in seinen Büchern angesprochen wie fortgeschritten mittlerweile der Rückgang der Risikoprämie ist, konkret hat er folgendes festgestellt:
- Size Premium im Zeitraum 1927 - 1981 von 4,7%, nach Bekanntmachung betrug das Premium von 1982 bis 2015 nur noch 1,0%.
- Value Premium (konkret boot-to-market ratio) im Zeitraum 1927 - 1985 von 5,8%, Nach Bekanntmachung betrug das Premium von 1986 - 2015 nur noch 2,8%.
- Momentum Premium im Zeitraum 1927 - 1993 von 10,9%, nach Bekanntmachung betrug das Premium von 1994 - 2015 nur noch 5,5%.
Warren Buffett hat es vor Jahrzehnten selbst feststellen müssen dass er von reinen Value Investing wegkommen muss und auch andere Kriterien in Betracht ziehen muss die man häufig unter dem Profitability/Quality Faktor einordnet.
Zudem darf nicht vergessen werden dass ETFs aus Gründen der Konstruktion und Regularien nur long only ETF sein können. Um das volle Potenzial einer Faktorprämie auszuschöpfen braucht es jedoch ein echtes long/short Portfolio.
Neben der Konstruktion spielen auch die Kosten innerhalb des ETF eine Rolle, da sollte insbesondere die Turnover Ratio genannt sein (bei Momentum ETF teilweise bis zu 150-200% im gegensatz zu large cap blend etfs mit max. 5% Turnover). Alles in allem kann das vereinfacht dann so aussehen was zu erwarten ist:

Hier möchte ich noch ein außerordentlich nützliches Tool zur ETF-Analyse (Konstruktion) empfehlen mit verschiedenen Filterkriterien (P/B,P/E,P/S, EV/EBIT usw.) ->
https://tools.alphaarchitect.com/visual-active-share/
Die Ergebnisse werden visuell anschaulich präsentiert, hier mal als Beispiel der iShares Edge MSCI USA Value Factor ETF (übrigends wurde ein Value-ETF selben Stils für Europa von Gerd Kommer empfohlen)
(Es werden akademisch korrekt erstellte Musterportfolios zum Vergleich hinzugezogen, alle Werte des akademisch korrekt erstellten Musterportfolios sind in "Mutterindex" enthalten)


Wirklich gute Value bzw. Deep Value ETFs sind in Deutschland nicht vorhanden.
Eine Möglichkeit
könnten die Fonds von Dimensional Fund Advisors sein. Ich selbst bin aufgrund der Intransparanz und Kostenstruktur aber noch nicht überzeugt.
Ähnlich sieht es bei Small Caps aus, nicht wenige SC ETFs tendieren in ihrer Konstruktion fast schon hin zu Mid Cap ETFs.
Für Micro Caps besteht bisher noch kein geeigneter ETF.
e1: Bei Gelegenheit kann ich auf den ein oder anderen Punkt näher eingehen. Wer sich in die Thematik weiter einlesen will kann bei Swedroe, Arnott, Morningstar oder auch dem Finanzwesir fündig werden.
This post was edited by waynemaster887 on Nov 9 2017 10:07am