Quote (Black XistenZ @ 19 Nov 2021 00:28)
wo ist da der widerspruch? in beiden fällen ist die relevante größe die wahrscheinlichkeit, dass person X auf der intensivstation landet. wenn das bei geimpften um einen faktor von 8 oder so geringer ist als bei den ungeimpften, dann ist es halt nunmal absurd zu argumentieren, junge geimpfte seien unsolidarisch wenn sie wieder ihr normales leben zurückhaben wollen, inklusive konzert, club, stadion. erst recht wenn wir bei jungen geimpften von verschwindend geringen zahlen an hospitalisierung reden.
es stehen zwei forderungen gegenüber:
"die jungen geimpften sollen auf monate oder jahre hinaus auf ihr normales leben verzichten, um vielleicht 5% der intensivbettenbelegung zu verhindern"
"die ungeimpften sollen den stich hinnehmen, um vielleicht 60-70% der intensivbettenbelegung zu verhindern".
Plaxic hat sozusagen argumentiert, dass beide forderungen gleichwertig zueinander wären ("es ist genauso unsolidarisch..."), obwohl der grad an verzicht/opfer und der nutzen eklatant auseinandergehen.
Deine Forderungen gehen total an meinem Punkt vorbei.
Du behauptest, dass JEDER ungeimpfte unsolidarischer wäre als ALLE geimpften.
Greifen wir mal direkt das Beispiel von
auf
Person A: ungeimpft, alleinlebend, macht 100% Home-Office, null Kontakte, verlässt die Wohnung nur 1x die Woche zum Einkaufen mit FFP2 Maske und duscht vorher und nachher mit Desinfektionsmittel
Person B: geimpft, trifft sich regelmäßig mit vielen verschiedenen Leuten, geht ins Restaurant/Kino, am Wochenende auf die Skipiste und danach Komasaufen beim Apres Ski
Und du willst ernsthaft behaupten, Person B verhält sich solidarischer als A??? Und A hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, auf der ICU zu landen?
Solidarität besteht eben aus mehr als nur einem zeitlich begrenzt wirksamen Medikament, welches in den Deltamuskel verabreicht wird.
Wenn du jetzt sagst "jaaaaaaaaaa, da muss man schon etwas differenzieren....", dann vielen Dank, Punkt verstanden^^
Es gibt eben nicht DIE Ungeimpften.
Ansonsten müsste man auch aus der Kriminalstatistik der Polizei ableiten, dass Menschen mit Migrationshintergrund eine deutlich höhere Kriminalitätsinzidenz aufweisen und für Migranten das öffentliche Leben einschränken (Zutritt zum Schwimmbad nur mit polizeilichem Führungszeugnis zB).
Macht man aber nicht, weil es Diskriminierung wäre. Aber bei den ungeimpften ist das auf einmal cool...
Quote (Black XistenZ @ 19 Nov 2021 02:16)
Der aktuelle wochenbericht des RKI enthält folgende aufschlüsselung:
https://i.imgur.com/er4GyHX.jpg(seite 24 in:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Wochenbericht/Wochenbericht_2021-11-18.pdf?__blob=publicationFile )
Als erstes sticht natürlich ins auge, dass der schutz vor symptomatischer infektion bei geimpften spürbar nachgelassen hat, 43% impfdurchbrüche bei der bevölkerung im erwerbsalter, satte 61% bei den älteren.
Im vergleich dazu liegen die raten in bezug auf intensivstation bei 13% bzw 38%. Nun klingen 38% geimpfte alte auf den intensivstationen erstmal nach viel, das sind alles zahlen, die auch valmar zitieren könnte, aber diese 38% kommen halt auch wegen der zu späten boosterungen zustande.
Und selbst mit diesem effekt, der den vergleich geimpft/ungeimpft zuungunsten der impfung verzerrt, ist es denoch so, dass 474 der 1592 oder 29.7% der intensivaufnahmen während des betrachteten vierwochen-zeitraums von den geimpften verursacht wurden und die anderen 70.3% dementsprechend von den ungeimpften. Da die impfquote bei den 18+ jährigen laut Impfquotenmonitoring des RKI bei 78.4% liegt (
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Daten/Impfquotenmonitoring.xlsx?__blob=publicationFile ), heisst das, dass die 78.4% geimpften 29.7% der intensivaufnahmen ausmachten während die ungeimpfte minderheit von 21.6% satte 70.3% der intensivaufnahmen produziert hat.
Das heisst, dass die ungeimpften bei den intensivaufnahmen um den faktor 8.6 überrepräsentiert sind gegenüber ihrem anteil an der erwachsenen bevölkerung.Und diese zahl kommt wohlgemerkt zustande unter berücksichtigung der impfdurchbrüche bei älteren, die auf die verschlafene booster-kampagne zurückzuführen sind. Hätte man rechtzeitig geboostert, sähe das ganze nochmal anders aus. Mit einer höheren impfquote und rechtzeitigen boosterungen für die risikogruppen könnten wir die inzidenzen tatsächlich ungehemmt durchrauschen lassen ohne unser gesundheitssystem zu gefährden.
tldr: versagt haben nicht die impfstoffe sondern die politik und die impfverweigerer.
Fun-Fact, den man dort ebenfalls ablesen kann:
Die Quote für Hospitalisierung und Tod ist sowohl bei den 18-59 als auch den 60+ jährigen ungefähr gleich
23,9 zu 23,1% und 44,8 zu 42%
Das bedeutet: Wenn es erstmal dazu gekommen ist, dass du wegen Covid ins Krankenhaus gekommen, ist die Tatsache, ob du geimpft bist, oder nicht, völlig irrelevant^^
Die Sterblichkeit liegt dann für 18-59 jährige bei 1,5% und für 60+ bei 17%
Die Impfung hilft dir also nur, diese "letzte Meile" gegebenenfalls gar nicht erst zu betreten
Quote (JohnnyMcCoy @ 19 Nov 2021 12:03)
das einzige sinnvolle instrument sind tests, um vulnerable gruppen zu schützen
irland hat über 90% impfquote, gibraltar 100% und man steht wieder kurz vorm lockdown
und in florida hat man die niedrigsten zahlen der usa mit null maßnahmen
es ist zeit in der wirklichkeit anzukommen und das heißt jeden winter sterben zehntausende, vor allem alte, an atemwegserkrankungen, volle intensivstationen sind schon lange normal auch vor corona und niemanden hat es je interessiert
es werden auch mit 10 boostern noch viele im krankenhaus landen
und wer triage nach impfstatus fordert ist schlichtweg ein menschenfeind, will man ernsthaft einen gesunden 30 jahre alten ungeimpften nicht behandeln, damit ein 65 jahre alter fettsack und kettenraucher behandelt werden kann nur weil er eine spritze mehr bekommen hat?
es reicht endgültig, dieses land ist einfach nur noch krank
Danke
This post was edited by duffman09 on Nov 19 2021 08:18am