Quote (duffman09 @ 16 Nov 2021 12:00)
Kenne einige Geimpfte, die mittlerweile auch nicht mehr von Impfstoff sprechen, sondern eher „Zeug“ o.Ä.
Fühlen sich halt verarscht, weil der Schutz eben doch deutlich geringer ausfällt als erhofft
Ich kenne niemanden, der sich zB bei der Gartenarbeit in den Finger schneidet und dann Angst vor einem Tetanus „Impfdurchbruch“ hat.
Ich habe mich vor 20 Jahren gegen Hepatitis A/B impfen lassen.
Letztes Jahr bei der arbeitsmedizinischen Untersuchung wurden auch Hepatiter im Labor geprüft. Ergebnis: Impfschutz noch ausreichend, keine Auffrischung notwendig
bei respiratorischen viren, wo sich das virus direkt in den oberen atemwegen repliziert, ist es einfach sau-schwer bis unmöglich, eine wirklich sterilisierende immunität herzustellen. der grippeimpfstoff hat ja in nem normalen jahr auch nur eine wirksamkeit von circa 50%.
fairerweise muss man sagen, dass die impfstoffhersteller auch nie diese sterilisierende immunität versprochen haben, primär ging es immer um den schutz vor schweren verläufen/hospitalisierung/tod. es war die politik, die bei den wirksamkeitszahlen gegen ansteckung (95% und so) aus den zulassungsstudien dachte, sie könnte damit auch die schiere verbreitung des virus so weit unterdrücken, dass sie ihre niedrig-inzidenz-strategie nicht revidieren müssen und ohne gesichtsverlust aus der ganzen nummer rauskommen.
epidemiologisch gesehen sind die aktuellen probleme sind halt eine saublöde kombination aus drei faktoren:
- wir haben noch recht viele ungeimpfte (vor allem 15% in der risikogruppe 60+), so dass hohe inzidenzen - wenn überhaupt - nur mit grenzwertig hoher belastung des gesundheitssystems geschluckt werden könnten
- wir haben die booster-impfungen für die zuerst gimpften und besonders gefährdeten verschlafen, daher jetzt die sich mehrenden impfdurchbrüche bei alten und oder multimorbiden, die dann doch auf der intensivstation enden
- die impfstoffe schützen gegen delta nicht mehr so gut vor ansteckung wie gegen frühere varianten, ausserdem baut dieser schutz recht hart über die zeit ab - so dass die impfung die zahlen bei recht weiter öffnung der gesellschaft nicht mehr ausreichend niedrig halten kann.
die politik steckt jetzt natürlich richtig tief in der scheisse:
- man hat den skeptikern und impfgegner immer wieder versprochen, dass es keine impfpflicht geben wird
- man hat den geimpften hoch und heilig versprochen, dass es für sie definitiv keine lockdowns mehr geben wird
- mehr noch, eigentlich hat man den geimpften eine zeitnahe rückkehr zur normalität versprochen
- den gefährdeten und/oder ängstlichen hat man versprochen, dass man super hohe inzidenzen und eine überlastung des gesundheitssystems keinesfalls zulassen wird.
natürlich wird jetzt auch noch parteipolitisch taktiert. die ampelparteien hoffen, dass etwaige anstehende "unpopuläre entscheidungen" noch von der alten regierung getroffen werden müssen; oder von den Unions- und Linke-Ministerpräsidenten in BY/SN/TH.
umgekehrt versucht die union natürlich den schwarzen peter der ampel zuzuspielen, und söder/kretschmer versuchen, die verantwortung dem bund unterzujubeln.
This post was edited by Black XistenZ on Nov 16 2021 07:11pm