Quote (WolcenIstEinGutesGame @ 3 Feb 2021 14:30)
Mal eine kurze überschlagsrechnung: Gibraltar hat eine lebenserwartung von ungefähr 80 jahren, d.h. unter der stark vereinfachenden annahme einer komplett gleichmäßigen alterspyramide würde man erwarten, dass pro jahr ein achtzigstel der bevölkerung des landes verstirbt. Auf den tag gerechnet ergäbe das bei einer bevölkerung von 33700 menschen also eine grundmortalität pro tag von
33700/80/365 = 1.15. Multipliziert mit den 24 tagen, die seit dem 9. januar vergangen sind, könnte man für gibraltar also unter diesen annahmen ungefähr 27-28 "natürliche" todesfälle erwarten. Nun ist jedoch die bevölkerungsstruktur in Gibraltar, wie überall sonst in europa, überaltert, d.h. es gibt mehr alte als man unter der vereinfachenden annahme einer gleichmäßigen alterspyramide erhalten würde. Zudem unterliegt die sterblichkeit einer saisonalen schwankung, ende januar/anfang februar liegt sie typischerweise am höchsten. Unterm strich läge die normal zu erwartende zahl an todesfällen für den fraglichen zeitraum also so circa bei sagen wir 33-35.
Zudem kommt noch, dass die impfungen keinen sofortigen schutz bieten, wer bereits mit corona infiziert ist wenn er die erstimpfung bekommt, kann trotzdem noch an der krankheit sterben. Ebenso muss man bedenken, dass in den letzten wochen eine gewaltige corona-welle über die iberische halbinsel schwappt, portugal ist corona-katastrophengebiet und auch in spanien sind die fallzahlen in der zweiten januarhälfte auf über 40000 am tag hochgeschossen. Es ist also keineswegs absurd anzunehmen, dass diese welle auch in gibraltar zu dieser zeit ankam und die leute dahingerafft hat.
Summa summarum würde ich sagen, dass es plausibel ist, dass die situation in Gibraltar die folge eines ungünstigen timings ist, mit impfstoffen, die wenige wochen zu spät eintrafen.
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