https://www.nzz.ch/feuilleton/ethik-und-corona-wer-hat-denn-die-langfristigen-risiken-und-nebenwirkungen-ernsthaft-im-auge-ld.1595395Quote
Bei der Bekämpfung des Coronavirus hat sich von Anfang an die Frage nach der richtigen Ethik gestellt. Politiker stellten die rhetorische Frage, ob man wegen wirtschaftlicher Interessen Todesfälle hinnehmen wolle. Diese Frage bejaht niemand. Aber sie könnte falsch gestellt sein. [...]
Menschenleben für wirtschaftliche Interessen opfern? Es könnte umgekehrt sein: Vielleicht bürdet man der Zukunft Todesfälle auf, um der Gegenwart solche zu ersparen. Etwas Ähnliches tun die meisten Länder bei den Sozialsystemen: Lasten von der Gegenwart in die Zukunft umschichten. Sowohl bei den Sozialsystemen als auch nach der Pandemiebekämpfung könnte es ein böses Erwachen geben.
Genau DAS ist der springende punkt: in unseren gerontokratisch und gesinnungsethisch verstrahlten gesellschaften geht es nur noch darum, "unschöne" bilder zu vermeiden. Es geht darum, für die mehrheit derer, die nur noch an der gegenwart interessiert sind und von der zukunft nicht mehr betroffen sein werden, mit aller macht den status quo zu erhalten, koste es die zukunft was es wolle.
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Was die mutation und die explodierenden fallzahlen in Irland angeht, auf die Merkel und der Schweizer Bundesrat sich beziehen:
https://www.irishtimes.com/news/health/covid-19-surge-due-to-increased-social-mixing-says-who-s-mike-ryan-1.4455748?mode=ampQuote
A record surge in Covid-19 cases in Ireland was due to increased social mixing over the Christmas period and is not caused by a new variant from Britain, the World Health Organisation has said.
Irische gesundheitsbehörden und die WHO sagen selbst, dass ihr fallzahlanstieg nicht an der mutierten variante liegt, sondern daran, dass sie vor weihnachten alle pubs wieder geöffnet und auf social distancing geschissen haben.
Das beispiel Irland zeigt im rückblick übrigens auch das totalversagen unserer wissenschaftler und gesundheitsexperten auf. Lauterbach, Priesemann und co. haben im Dezember vehement den "harten lockdown" gefordert und das ganze mit dem "erfolg" des harten lockdowns in Irland begründet, die nach ihrem lockdown zeitweise die niedrigsten inzidenzen Europas hatten. Das kernargument war immer "wenn wir jetzt rigorose maßnahmen ergreifen, können wir die pandemie danach viel leichter im griff behalten und umso stärker lockern". Wie das beispiel Irland zeigt: einen scheissdreck können wir, nach dem harten lockdown gibt es realistischerweise eben kein zurück zu einer besseren normalität, sondern nur eine rückkehr in die vorherige, nächst-schwächere stufe des lockdowns.
Auch die nationale akademie der wissenschaften Leopoldina hat in ihrem wissenschaftlich arg dünnen gefälligkeitsgutachten für die regierung, in dem sie die schützenhilfe für den harten weihnachtsferien-lockdown und die desaströsen geschäftsschließungen in der mitte des weihnachtsgeschäfts gab, vor allem auf das positivbeispiel Irland verwiesen. Natürlich hört man zu alledem nichts mehr, kein wort der reue oder entschuldigung, kein "mea culpa" oder "wir lagen falsch" - die selbe riege an """"experten"""" hält weiter stur an ihrem standpunkt fest, dass wir so hart und so lange in den lockdown gehen sollen, bis von unserer gesellschaft und unserem wohlstand nichts mehr übrig ist. Mit der britischen virusmutation treibt man jetzt die nächste sau durchs dorf, um diesen irrsinn zu rechtfertigen.
Worum geht es dabei in wirklichkeit? Um die vermeidung von todesfällen bei betagten menschen, die weit überwiegend eh keine große rest-lebenserwartung oder -qualität mehr haben. Und dieses ziel wiederum wird von der politik priorisiert, weil wir in einer verdammten gerontokratie leben, in der es sich vor allem die regierungsparteien CDU und SPD angesichts ihrer überalterten wählerschaft nicht erlauben können, den rentnern den eindruck zu vermitteln, die regierung würde nicht alles tun um sie zu schützen.
This post was edited by Black XistenZ on Jan 13 2021 09:48pm