SZ: Der Eindruck beim Zwischenzeugnis ist, dass es dem Bayern-Präsidenten angesichts der Lage in seinem Refugium zu ruhig, zu harmonisch zugeht.
Hoeneß: Wissen Sie: Theater, Krach machen, das darf man in der heutigen Zeit nicht mehr. Früher tat es gut, wenn es mal schepperte. Die Spieler heute verkraften das mental nicht besonders gut, die musst du eher immer umarmen und sagen: alles super! Damit hat im Übrigen auch unser Bundestrainer seinen Erfolg.
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SZ: Gerade aber das Familiäre, die Harmonie war Ihnen an Ihrem FC Bayern stets wichtig. Trinken Sie weiterhin ein Glas Rotwein mit van Gaal?
Hoeneß: Also, Kommunikation und Geselligkeit sind mit van Gaal sehr gut möglich. Kurz vor Weihnachten hatten wir ein schönes Abendessen mit dem Aufsichtsrat, sehr harmonisch. Wir gingen im besten Einvernehmen in den Urlaub.
SZ: Und dann zündet van Gaal seine Silvesterrakete: den Torwartwechsel.
Hoeneß: Ja, van Gaal ist van Gaal, das betont er selbst. Das muss man wissen und respektieren, wenn man ihn verpflichtet. Und dazu gehören eben immer wieder Überraschungen.
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Hoeneß: Die sind gut, keine Frage. Wenn sie Meister sind, gratuliere ich als Erster. Sie leisten auf allen Ebenen erstklassige Arbeit und machten aus der Not eine Tugend, mit vielen jungen Spielern. Das hat ein Konzept. Und was ich von Jürgen Klopp als Trainer halte, weiß jeder, weil ich ihn ja 2008 statt Jürgen Klinsmann zu uns holen wollte.
SZ: Woran scheiterte es 2008?
Hoeneß: Ich ließ mich überzeugen, dass wir das Abenteuer Klinsmann probieren sollten. Davor hatte ich schon eine mündliche Absprache mit Klopp. Ich bat ihn dann, mich davon zu entbinden, als wir die Idee mit Klinsmann hatten. Dass das ein großer Fehler war, wissen wir nicht erst seit heute.