Quote (prospecial @ Jul 25 2012 12:27pm)
die arbeitslosigkeit wurde durch vielerlei dinge beiseitigt
es sei denn du siehst wie einige andere hier wirklich alles, selbst straßen und gleisbau als "aufrüstung" dann kommt das ungefähr hin
naja, hier noch mal ein interessanter text dazu:
In allen Grundsatzfragen der Wirtschaftspolitik hatte der Diktator das letzte Wort. Wer aber sein Buch "Mein Kampf" gelesen hatte, dem musste von vornherein klar sein, dass Produktion, Arbeit und Export für Hitler eigentlich keinen Ausweg aus der Krise darstellten. Er hielt dies vielmehr für eine Irrlehre des "jüdischen Liberalismus", die Deutschland an den Rand des Abgrunds geführt habe. Die Rettung des deutschen Volkes konnte für den obersten Nationalsozialisten einzig und allein in kämpferischer Selbstbehauptung bestehen, in der Auseinandersetzung um Lebensraum.
Kampf, nicht Arbeit war der Schlüsselbegriff der Nazi-Ideologie, und das hatte praktische Konsequenzen für die Politik des Hitler-Regimes. Priorität hatte nicht der zivile Wirtschaftsaufschwung, sondern die Aufrüstung, was bedeutete, dass sich hinter der glänzenden Fassade des NS-Wirtschaftswunders ein Krisenpotential verbarg, das die Nazis ständig zu immer schärferen Anpassungen zwang - Anpassungen, die für den zivilen Sektor Konsequenzen hatten.
Öffentlich sprach man 1933 natürlich nicht von den weitgesteckten aggressiven Absichten der Regierung. Aber in Geheimkonferenzen mit der Generalität nahm Hitler kein Blatt vor den Mund. Schon am 3. Februar erklärte er hinter verschlossenen Türen, dass man sich vom Außenhandel keine Zukunft versprechen solle. Nur die kämpferische Eroberung von Lebensraum biete eine Chance. Das aber bedeutete Aufrüstung.
Schon die Regierung Schleicher hatte Aufrüstungsprogramme als Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen getarnt. Doch um Hitlers Militarisierungsvorstellungen umzusetzen, musste viel Geld für die Rüstung bereitgestellt werden.
Im Juni
1933 war man so weit. Eine Woche nachdem eine Milliarde Reichsmark für das Arbeitsbeschaffungsprogramm des Staatssekretärs Reinhardt angekündigt worden war, einigten sich Reichsbankpräsident Schacht, der Hitler-Vertraute Hermann Göring und Reichswehrminister Werner von Blomberg auf den Finanzrahmen für die Rüstung: 35 Milliarden Reichsmark, verteilt über acht Jahre. Dabei sollten vier Jahre für den Aufbau der Verteidigungskapazität genutzt werden und weitere vier Jahre für die Schaffung einer Offensivarmee. In ihrer Größenordnung, ihrer Langfristigkeit und in ihrer strategischen Bedeutung stellte die Aufrüstung alles in den Schatten, was in Sachen Arbeitslosigkeit jemals diskutiert worden war.
Ideal für die Regierung wäre natürlich gewesen, die zivile Arbeitsbeschaffung und die Aufrüstung gleichzeitig voranzutreiben, dafür aber reichten die Finanzmittel nicht. So verordnete Schacht für die laufenden zivilen Staatsausgaben äußerste Disziplin. Geld, das den Gemeinden zustand, wurde radikal zusammengestrichen, und am 6. Dezember 1933, zehn Monate nachdem Hitler den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zum Kernstück seiner Regierungspolitik erklärt hatte, fiel die Entscheidung, in die Arbeitsbeschaffung nichts mehr zu investieren.
Nur in Ausnahmefällen, etwa in Großstädten wie Berlin und Hamburg, wo die Not besonders groß war und die Nazis politischen Widerstand befürchteten, wurden noch Mittel bewilligt.
This post was edited by uhuu on Jul 25 2012 06:31am