Zunächst sahen die Alliierten nach dem Krieg für Ungarn eine demokratische Verfassung vor. Als aber die Kommunisten bei den Parlamentswahlen in Ungarn 1945 eine empfindliche Niederlage erleiden mussten, begannen sie mit unsauberen Methoden (mit den „Blauen Stimmzetteln“ und der „Salamitaktik“) nach der Macht zu greifen.
Imre Nagy:
Imre Nagy distanzierte sich deutlich von der Politik seines Vorgängers. Statt die Schwerindustrie weiter auszubauen, förderte Nagy die Landwirtschaft und die Konsumgüterindustrie. Bauern durften aus den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften wieder austreten. Lebensstandart stieg.
Als die Studentenproteste vom 23. Oktober 1956 – die offiziell als Unterstützung für die Arbeiter Polens begonnen hatten – zum Ungarischen Volksaufstand anwuchsen, setzte das kommunistische Zentralkomitee erneut Imre Nagy als Ministerpräsidenten ein. Am 28. Oktober erkannte Nagy offiziell die Revolution an. Er bildete eine Mehrparteien-Regierung und forderte die parlamentarische Demokratie und die Neutralität Ungarns.
Auch Armee und Polizei stellten sich nun auf die Seite der Revolution. Die in Ungarn stationierten sowjetischen Truppen waren machtlos, und Imre Nagy verhandelte mit Moskau, um Ungarn eine Art Sonderstatus zu gewähren. Doch auch Nagys Gegenspieler János Kádár verhandelte mit den sowjetischen Machthabern und erklärte die Regierung Nagy für illegal
Als Imre Nagy am 1. November 1956 die Neutralität proklamierte und die Mitgliedschaft seines Landes im Warschauer Pakt aufkündigte, rückten drei Tage später sowjetische Panzerverbände in Ungarn ein und schlugen die Revolution blutig nieder. Bei den Kämpfen, die in Budapest bis zum 15. November dauerten, kamen etwa 20.000 Ungarn ums Leben.
Nagy ließ in Westungarn den Widerstand organisieren und einige Fluchtwege nach Österreich offenhalten, auf denen bis zum 21. November 1956 etwa 210.000 Ungarn flüchten konnten.
Anderthalb Jahre später wurde ihm ein streng geheimer Prozess gemacht, der aber auf Magnetband aufgezeichnet wurde. Nagy wurde am 16. Juni 1958 wegen Landesverrates und versuchten Sturzes der „volksdemokratischen Staatsordnung“ verurteilt. Noch am selben Tage wurde er im Gefängnis von Budapest durch Erhängen hingerichtet.
Unter János Kádár, Parteichef von 1956 bis 1988, erfolgten ab 1968 Wirtschaftsreformen, die auch unter dem Begriff Gulaschkommunismus bekannt wurden.
Als Gulaschkommunismus wurde die in Ungarn etwas abgemilderte Form des Staatssozialismus bezeichnet
Am 23. Oktober 1989 – dem Jahrestag des Ungarischen Volksaufstands – wurde die Republik Ungarn als demokratische und parlamentarische Republik ausgerufen. Am 25. März 1990 fanden freie Wahlen statt.
Der Auszug der sowjetischen Truppen begann am 25. April 1989 und endete im Sommer 1991. Nicht viel später, am 28. Juni 1991 wurden der KGST (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) und am 1. Juli auch der Warschauer Vertrag aufgelöst. Den Zusammenbruch des sowjetischen Blocks verursachten grundsätzlich die Schwächung der Sowjetunion und die geschichtliche Niederlage von den Vereinigten Staaten.
Polen, Ungarn und die Tschechische Republik 1. April 1999 der Nato beitreten. Darauf hat sich das westliche Bündnis auf seinem Madrider Gipfel geeinigt.
Für Ungarn war der EU-Beitritt ein bedeutendes Ereignis: der Höhepunkt der politischen Wende und das Heimkommen in Europa. Ungarn arbeitete seit der Wende daran, die Voraussetzungen des Beitritts zu erfüllen. Die Anerkennung dieser Arbeit bedeutete, dass im Dezember 1997 die ersten Verhandlungen über den EU-Beitritt begannen.
Sense there is NoneDamit es aussieht als würden wir uns ernsthaft unterhalten